Im Atelier


Das richtige Handwerkszeug ist die Voraussetzung aller Kunst.
Stichel gehören wie Radiernadeln zu den klassischen Gravierwerkzeugen. Für Thomas Mack sind sie ein tägliches Utensil. Mit ihnen kratzt oder schneidet er das Motiv in die Druckplatte, um so das Metall freizulegen. Dieses Verfahren heißt Tiefdruck, weil es die dadurch entstehenden Vertiefungen sind, die anschließend gedruckt werden.



Ohne die Rolle für den perfekten Farbauftrag läuft in der Drucktechnik nichts.
Der gleichmäßige Farbauftrag auf die Platte ist obligatorisch – unabhängig davon, ob Thomas Mack die Platte zuvor mit der Kaltnadel bearbeitet hat, ob er sie mit Hilfe von Säure geätzt oder sie im Aquatinta-Verfahren mit Harz oder Kolophonium bestäubt hat. Hierbei entstehen dann je nach Ätzdauer feinere oder gröbere Strukturen, die im Druck hellgraue bis tiefschwarze Flächen erzeugen.



Vorlagen und Druckerpresse werden in Position gebracht – erst jetzt dürfen die Räder in Bewegung gesetzt werden.
Die bearbeitete Platte wird mit dem zu bedruckenden Papier und dem darüber gelegten Druckfilz auf den Drucktisch gelegt. Bevor es losgeht, muss der Druck der Presse passend zu Papier- und Plattendicke eingestellt werden, damit am Ende das optimale Ergebnis herauskommt. Jetzt kann die Platte langsam durch die Walze gedreht werden.



Vorsicht! Beim Entfernen des Papiers ist hohe Aufmerksamkeit gefragt.
Auf der anderen Seite der Walze angekommen, wird jetzt die oberste Schicht, der Filz, wieder zurückgezogen. Anschließend muss das Papier sehr vorsichtig abgelöst werden, damit es nicht reißt. Kommen Sie einfach mal vorbei und schauen Sie zu, wie eine Radierung Farbe bekommt. Thomas Mack zeigt Ihnen gerne, wie dieser Prozess vor sich geht und was es zu beachten gilt.



Immer wieder spannend: welches Ergebnis kommt am Ende raus?
Der prüfende Blick des Künstlers erkennt sofort, wie das Papier die Farbe aufgenommen hat und ob etwas mehr oder weniger Farbe das Motiv besser zum Ausdruck bringen würde. Diese Technik ermöglicht großen Gestaltungsspielraum. Je nach Farbwahl und Dicke des Auftrags können mit einer Platte ganz unterschiedliche Ergebnisse und Qualitäten erzielt werden.



Getrocknet und nach zahlreichen Arbeitsschritten fertig gestellt, kommen die Bilder in eine Schutzhülle.
Bevor der Besucher die Bilder und Graphiken von Thomas Mack in Rahmen oder Schutzhülle zu sehen kriegt, durchlaufen sie oft mehrere Dutzend Arbeitsschritte. Von der ersten Idee bis zur Weiterverarbeitung oder Übermalung des Drucks folgt der Künstler spontanen Eingebungen und erschafft dadurch teils vielschichtige Werke, die immer wieder neue Perspektiven öffnen. Sie sind herzlich eingeladen, in seinem Atelier zu stöbern und diese Perspektiven zu entdecken.